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Surfers Magazin, 02.02.2012

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Surfers Magazin, 02.02.2012

Falk Ostwald hat viele Jahre auf dem Inselparadies der Malediven verbracht. Er hat die heute bekannten Spots wie Cokes, Jails und Chickens gesurft, da hatten die Spots noch gar keinen Namen. Seit Jahren fährt er Surftraveller mit seinem Boot entlang der Atolle. Kein Deutscher kennt sich dort besser aus als Falk. Sein Local-Knowledge ist unbezahlbar, wir geben es euch for free.

Erzähl uns von deiner (Wahl-)Heimat. Wo genau wohnst du und was macht die Region für dich so Lebenswert.
Irgendwann Anfang der 90er verschlug es mich auf die Resort Insel Kanifinolhu und ich wurde Partner einer Surf- und Segelschule. Acht Jahre surfte ich die damals namenlosen Spots „Ninjas“ und „Lohis“ ganz alleine und direkt vor meiner Haustür! Der damals einzige Bootsbesitzer und mein heutiger Freund erzählte mir von Wellen im ca. sechs km entfernten Channel. Er nahm mich mit dorthin und ich fand eine traumhafte Left und das gleiche gegenüber als Right vor. Weil er schon einmal in den 80ern Surfer an Bord hatte, nannte er die Spots „Chickens“ und „Cokes“ – die Left brach vor einer Insel mit einer Hühnerfarm und die Right vor einer Insel mit einer kleinen Coca Cola Fabrik, übrigens die weltweit einzige Coke aus gefiltertem Salzwasser. Mit der Zeit wurde ich so zu einer Art Familienmitglied und wir beschlossen Surfsafaris anzubieten. Clearwater war geboren!  2004/05 wurde unsere Surfschule durch den Tsunami zerstört und ich war pleite. Seitdem habe ich meinen festen Platz auf Diffushi. Zur Zeit sind wir im Bau eines kleinen Guesthouses und unser Schiff hat seinen festen Ankerplatz vor der Insel was nach wie vor immer noch die beste Art zum Reisen und Surfen auf den Malediven ist.

Dein Lieblingsspot und warum es gerade dein Lieblingsspot ist:
Das ist für mich schwer zu sagen, da bei bestimmter Wind und Swellrichtung alle Breaks zur gleichen Zeit perfekt laufen. So mach ich einen perfekten Surftag eher von der Anzahl der Surfer (am besten niemand) und dem ambiente Drumherum aus. Ansonsten mag ich als Goofy Footer natürlich alle Lefts wobei „Chickens“ für mich immer noch einer der Favoriten ist – wenig los und der klassisch, mechanische Charakter eines Reefpass Breaks, der nach schnellem Take off immer größer wird und meist in einer Bowl mit Barrel endet.  Hinzu kommen 30 Grad Wassertemperatur und das unglaubliche Sealife.

Welche Bedingungen sind perfekt:
Da an allen Channels die gleiche Strömung zur gleichen Zeit besteht gilt für alle Spots die gleiche Faustregel; auflaufendes Wasser heißt, die Strömung zieht dich nach jedem Ritt wieder ganz easy an den Peak. Andersrum, bei ablaufendem Wasser, wirst du so stark Inside gezogen, dass gegen an paddeln fast unmöglich ist.
Die Swellrichtung ist Süd bis Ost, der Wind von ca. November bis April aus Nord bis Nordost. Spätestens im Mai setzt der Monsun ein und der Wind dreht auf Süd bis West – diese Richtung ist dann wieder bis Anfang Oktober vorherrschend.

 

Besten Monate für Wellen:
Ich gehe mal davon aus, dass der durchschnittliche deutsche Surfer nicht immer unbedingt auf Monsterwellen aus ist. Für diesen Typ sind die Monate von Okt. bis April/Mai genau das Richtige. Kopfhohe Wellen, schönes Wetter, Offshore, kaum Leute und dennoch sind auch um diese Zeit schnelle Tubes keine Seltenheit. Für Anfänger und Aufsteiger sind November bis ende Februar ideal.

Wo checkst du den Swell:
Da man auf den Malediven eh steht’s den Horizont im blick hat und auch nicht viel anderes zu tun hat erübrigt sich an sich jede Form von Vorhersagen. „When its on its on!“

Was ist das perfekte Board für die Region?
Da vorwiegend schnelles Rail to Rail Surfing angesagt ist sind dementsprechende Shortboards eine gute Wahl. Wie überall gilt auch hier der persönliche Geschmack. Viele haben auch mit ihren Longboards Spaß, besonders in der Lowseason.

Bestes Restaurant / Kneipe / Club:
Außer ab und zu ein Drink oder ein Essen auf einem der Luxusresorts, die dann auch dementsprechende Preise haben, ist in Sachen Nightlife nicht all zu viel auf den Malediven zu holen. Die meisten Ressorts bieten auch einmal die Woche so was ähnliches wie ´ne Liveband an.

Bester Surfshop in der Region:
Surfshops sind nicht vorhanden, die Shops in Male verstehen sich mehr als Boutique und sind sowieso zu weit weg. Also alles selber mitbringen!

Beste Campingplatz/Hostel/Hotel, dass du empfehlen kannst?
Natürlich gibt es Resorts mit Wellen direkt vor der Haustür wie beispielsweise Lohifushi. Aber muss man sich hier damit abfinden einer von bis zu 60 Surfern zu sein. Wirklich Malediven im Ursprung, kann man meiner Meinung nach nur auf einem Safariboot erleben! Camping ist gänzlich unmöglich und auch nicht erlaubt und Hostels beginnen zu entstehen, zum Beispiel unseres auf Diffushi mit täglichen Shuttleservice zu verschiedenen Breaks.

Der beste Spot für Anfänger in der Region:
In der Zeit von November bis Februar mit leichtem Offshore und fantastischem Wetter. Wenn es größer wird ist „Ninjas“ vor der Insel Kani die einzige Welle, die wirklich langsam läuft und dennoch perfekt. Auch „Chickens“ bildet bei größerem Swell eine nette Anfängerwelle.

Der beste Spot für Fortgeschrittene in der Region:
Alle Spots bei gemäßigtem Swell. Die Riffe der Lefthander sind durch die Strömung ziemlich platt gewaschen, so dass man ohne Probleme barfuss darüber weggehen kann.

Der beste Spot für Pros in der Region:
Auch hier kommt der erfahrene Surfer an allen Spots auf seine Kosten, wenn Wind und Swell stimmen. Die knackigste Welle ist wohl „Cokes“, aber auch alle anderen Spots sind ab gewisser Größe mit Respekt zu surfen Natürlich könnte ich noch tagelang von den Malediven erzählen, aber dies ist jedenfalls ein kleiner Einblick.

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This article was written by Falk

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